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Aus »Das Jahr des Heils«. Gedichte 2006, Vers 16316 bis 16363

LUTHERISCH


Die Pfauen der Zeit,
Den güldenen Glast,
Was droht oder schreit,
Die Sucht und die Hast,
Den Kaufmannsverstand,
Die Gier nach Gewinn,
Den Wucher, das Pfand –
Laß fahren dahin.

Das Seidengewand,
Die Inschrift am Haus,
Die Uhren voll Sand,
Das Korn und die Maus,
Das Haupthaar benetzt,
Den Mannsschmuck am Kinn,
Was hier gilt und jetzt –
Laß fahren dahin.

Die Bulle, die Schrift,
Das Feinpergament,
Die Stimme, den Stift,
Das Wort, das benennt,
Die Predigt, die Kunst,
Das Grübeln nach Sinn,
Des Publikums Gunst –
Laß fahren dahin.

Was da ist und scheint
Von Aleph bis O
Verdingt sich dem Feind,
Beherrscht es dich so,
Daß es dich dem Herrn
Mit feinem Gespinn
Unmerklich entfern –
Laß fahren dahin.

Der Seraph, der weiß
Den Weg dir erhellt –
Euch eint das Geheiß
Des Herrn vor der Welt,
Und wenn man dich jagt
Auf Mauer und Zinn,
Was schmäht und was klagt –
Laß fahren dahin.

Was Leiden, was Tat
Erfindet und spürt –
Ein einziger Pfad
Ins Paradies führt.
Die Glauben beseelt,
Die leben schon drin,
Was abseitig fehlt,
Laß fahren dahin.