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Aus »Deutsche Passion«. Gedichte 2006, Vers 15003 bis 15046

INTERREGNUM


Elfmal zwölf Sommer vergingen, seit jäh der Erwählte
Sank, bis die Erblande kamen dem Reiche zurück
Für ein Jahrsiebent, und wenn man ins künftige zählte,
Trennt uns ein halbes Jahrhundert vom Einigungsglück.

Kleinmut vergleicht diese Frist mit dem irdischen Leben,
Wähnt das Geschehene wirklos, die Worte verstaubt,
Aber der Mensch ist gemacht, seinem Erben zu geben
Kunde des Wunders, das dauert, solange er glaubt.

Glaube allein macht die Lügen der Gegner nicht wahrer,
Was Propaganda vermag, zielt auf einen Instinkt,
Der dominiert bei den meisten, des Halbmondes Fahrer
Scheinen das letzte, das nicht in dem Unrat versinkt.

Aber es steht uns nicht an, vor Allah zu erbleichen,
Um unsrer Toten, seit langem geschmäht und entehrt,
Willen, muß alles was Rasse hat, Tatkraft erreichen,
Die den Verrätern die sechsfache Anmaßung wehrt.

Dienst du nicht Gott, so gehörst du Billionen Bakterien,
Denen der Mensch nur als Vorrat von Eiweiß besteht,
Aber wenn Gott ist, so kennt er nicht Urlaub und Ferien,
Das Interregnum der weltlichen Krone vergeht.

Wisse das Reich, und Vernunft wird es dir offenbaren,
Einzig das Reich wird den Pfeffersack, der uns erwürgt,
Zähmen und uns in der ständischen Ordnung verwahren,
Wo die Gemeinschaft das Heil und die Heimat verbürgt.

Welcher der Volksstämme sollte den Archipel einen,
Der sich benamt nach dem Opfer des kretischen Zeus?
Wählst du den Ritter, den Sense und Teufel umgreinen,
Oder Hieronymus in seinem Spinnen-Gehäus?

Schlichte Gemüter, sogar bei den feindlichen Polen,
Trauen die Einung allein den Teutonischen zu,
Unter der Hand und der mächtigen Aufsicht verhohlen,
Hoffen sie Ordnung und Frieden in Reiches Tabu.

Aber wir sollen als Süchtige danken der Knute,
Die unser Herzblut, Gesang und lebendigen Brauch
Macht zur Komödie, und mit der Vermischung im Blute
Will, daß die Herren am Ende der Darm und der Bauch.

Siehe, wir waren bescheiden und wollten uns fügen,
Aber es gibt keinen Feigenbaum, wo wir verschont.
Was sich von Fäulnis ernährt und versilberten Lügen,
Kann nicht erlauben, daß irgendwo Wahrhaftes wohnt.

Also beginne, dem Schwerte die Scharte zu wetzen,
Sende den Pfeil deiner Sehnsucht und mache nicht halt!
Mag auch den Kleinmut das große Vertrauen entsetzen,
Küren doch Fürsten für uns die erhabne Gestalt.