Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Fliederblüten«. Gedichte 1981, Vers 497 bis 516

HERMANNSWERDER


Triff mich nur im Abgelegnen,
Wo die leisen Worte schwimmen
Und die Halme, uns zu segnen,
Spielerisch den Tag erklimmen.

Fremd vertraut sind es die seichten
Wasser, die uns schmiegsam fließen,
Wenn wir laufen und mit leichten
Füßen dunkle Münder schließen.

Wenn aus uns die Glocken läuten,
Was Geburt uns aufgetragen,
Schweig, denn ungewollt erbeuten
Wir den Weg in unsre Sagen.

Ins Gesprüh der kleinen Wellen
Die vernarbten Ohren tunke,
Denn sie wollen mehr erhellen
Als der Kiebitz und die Unke.

Aufschub sollst du nicht erhoffen,
Wenn der Herbst in sanfter Schwebe.
Hier sind alle Türen offen,
Darum geh, vergiß – und lebe!