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Aus »Fliederblüten«. Gedichte 1981, Vers 401 bis 418

DEM SELBSTLOSEN


Ich ging spazieren, hochgemut,
Und fand die Wege, zahllos, gut,
Wie ein Gebirgsbach niederschäumt,
Doch er, ich sah, von Müh gebeugt,
Die Sonne nur als Schweiß bezeugt,
Als Knechtschaft, die Erlösung träumt.

Ein Notschrei fleckt die weite Flur,
Ein stummer Blick der Kreatur,
Die unterm Joch nach Beistand fleht,
Kein Gott, der diese Einfalt stört,
Und wie das Amen selbst gehört
Vergeblichkeit zum Bittgebet.

Ob ich mich rasch vorüberschleich,
Für ein Almosen viel zu reich,
Dem Tag zu froh für Selbstbetrug?
Gott schweigt auf weiter, weiter Fahrt,
Doch seine Schatten, dicht geschart,
Versehn sein Amt gerecht genug.