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Aus »Unstrutleuchten. Erstes Buch«. Gedichte 2014, Vers 43034 bis 43096

KAISERHYMNE


Hochherzig sing dem Traum,
Wund wie ein Eichenbaum,
Blitzschwarz versehrt!
Wehe wem Trug behagt,
Wie Meister Eckhart sagt:
Was dir das Leiden wagt,
Wagt sonst kein Pferd.

Blender und Teufelein
Wollten die Müh befrein
Von Adams Fluch,
Aber geschrieben steht,
Ob auch der Wind sich dreht,
Wer mit dem Heiland geht,
Ihn leblang such!

Tatkraft und Waffenruhm,
Ohne das Christentum
Gleichen sie Tand.
Lobpreis dem Herrn gebührt,
Der uns die Flamme schürt,
Und unsre Schritte führt
Ins Vaterland.

Wenn wir verwunschen sind,
Würdelos siech und blind,
Fürchte nur Gott!
Wo aber Frevlermut
Austrat die Herzenglut,
Sanken auch Blut und Gut
Ins Herbstgerott.

Doch der den Tod besiegt,
Phoenix aus Asche fliegt,
Grünt schwarzen Stamm.
Wölfe und Löwen nicht
Halten zuletzt Gericht,
Denn für den Endsieg ficht
Das Opferlamm.

Peter und Paul im Zwist,
Der das Lebendge ist,
Schätze nicht tot!
Palme und Petri Stuhl
Immer bei Urd und Uhl
Gotisch die Irminsul
Österlich loht.

Jedes Volk erdenweit
Sucht sich die Herrn der Zeit
Anderen Staats,
Deutschen von Sleipner stieß
Gott in das Karstverließ,
Als der Erstaunen hieß
Purpur-Ornats.

Was dir der Orient weiß,
Deute in unsern Kreis
Nordisch und hold!
Schau, was den Ahorn krönt,
Prunkend den Herbst verschönt
Und mit dem Tod versöhnt
Durch Blut und Gold.

Dies ist ein Lied nicht nur
Oder verwehte Spur,
Fruchtlose Saat.
Du darfst dir sicher sein,
Hörst du auch Raben schrein,
Unter dem Kyffgestein
Wacht Monsalvat.