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Aus »Idäisches Licht. Zweites Buch«. Gedichte 2006, Vers 12669 bis 12733

STEINEICHE


Für Christine Bauer

Wo sie steht, um dich zu schonen,
Haut, verletzlich und gespannt,
Darfst du dem Gedanken fronen,
Daß das Heim in ihrer Hand,
Denn das Rauschen solcher Krone
Weiß als lauer Winde Kiel,
Wem willkommen, daß er wohne,
Polemos nicht spielt das Spiel.

Sogar Zeus, einst selber Eiche,
Wird verjüngt von ihrer Huld.
Daß sie all sein Licht erreiche,
Zeigt sie Stolz und Gott-Geduld,
Aber wenn am ungut-sechsten
Schöpfungstag der Mann erscheint,
So entehrt mit Bronze-Äxten
Gaia er, die Quellen weint.

Denn ihr Liebling ist die Holde,
Die den Herrn des Himmels trägt,
Laubgeschmückt in seinem Golde
Schattet, wenn der Wandrer frägt,
In der Vielfalt ihrer Arten
Gilt als einzig ihre Nuß,
Drein der Donnrer seinem Garten
Siegelt göttlichen Beschluß.

Nur das klügste aller Tiere
Tritt in diesen Zauber ein,
Daß den Hunger es verliere,
Ist der Früchte froh das Schwein,
Halt es heilig, Götterspeise,
Cupula, das Eichelfett,
Macht die Mühen jeder Reise
Himmlisch und ambrosisch wett.

Und der Mensch baut Segelschiffe,
Macht den Erdkreis untertan,
Jede Klippe, fernste Riffe,
Ares folgt und seinem Wahn.
Opfre diesem Baum die Lanze,
Keiner Ziege tu zuleid,
Denn du schaust die schattend ganze
Welt des Zeus in Heiterkeit.

Deinen Horizont erweitre
In der Krone reichem Saal,
Daß die Fahrt zuland nicht scheitre,
Deckt sie stolz ihr Areal,
Deinen Dom ihr nachzubauen,
Gilts, dein Dach dem Blatt gezähnt,
Ihr gedenkend, zu vertrauen,
Daß sich Zeus im Walde wähnt.

Doch dem Blitz des großen Blenders
Ist sie schutzlos, Nymphe weich,
Nicht unsterblich, des Verschwenders
Gleichmut Opfer, ist sein Reich,
Nicht ihr letztes, Proserpin,
Der die Stolze wohlgefällt,
Mag sie gern im Garten ziehn,
Fruchtbar in der Unterwelt.

Wenn verbrannt das Zeus-Gewitter,
Grün und Leben, steht sie doch,
Zwar entbehrend Schmuck und Flitter,
Pilzreich und geschwärzt im Joch
Aller Zeit, die sie bestaunte,
Ragt sie wie die Hand im Eid
Fest ins Licht, wo Wind uns raunte
Lieder großer Heiterkeit.