Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Traum von Atlantis«. Gedichte 1994, Vers 10105 bis 10128

VINETA


Vineta, sang die Mutter mir,
Vineta, ach, wie warst du hehr,
Vineta, aller Balten Zier,
Warum nahm dich das kalte Meer?

Dies sind die Weisen, die betörn,
Als Kind, als Mann, zur Todesstund,
Im Seewind meint man noch zu hörn
Den Glockenklang vom Meeresgrund.

Die Sage kurz und wenig neu:
Die Hoffart und die Eitelkeit
Warn tags und nachts dem Mammon treu
Und grinsten dabei frech und breit.

Durch Spiegel, farbig hell im Dunst,
Und durch der Meerfrau Abgesang,
Erkannte wohl die Wahrsag-Kunst,
Daß nah der Schreckens-Untergang.

Doch soll das Urteil Demut nicht
Gefunden haben, Buß und Reu,
Vinetas Volk hielt das Gericht
Für Spuk und blieb sich selber treu.

So mags gerecht gewesen sein,
Daß jeder Damm zur Stunde brach,
Jedoch, ach, Mutter sing, ich wein
Und träum den kalten Fluten nach.