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Aus »Heliodromus«. Gedichte 1993, Vers 8274 bis 8309

RIEGELER MITHRÄUM


Wo Kaiserstuhl den Schwarzwald schaut,
War schon der Römer drauf bedacht,
Daß auf den Weg mit Zoll und Maut
Das Siegel der Cäsaren acht.

Und Ziegler, Töpfer, Hütte, Guß
Gesellten sich zu dem Kastell,
Wo Legionäre dem Entschluß
Des Adlers treu mit Schwertern hell.

Ihr Gott war persisch und geheim,
Und männlich waren Dienst und Kult,
Daß er sich den Gestirnen reim,
Gab ihnen Stärke und Geduld.

Das Heiligtum im Boden stak,
Von Holzfach war der Oberbau,
Die Grottenform entzog dem Tag
Und rüstete zur Mysten-Schau.

Ein Grieche schenkte den Altar
Der Warte am Barbaren-Wall,
So fand die hartgeprüfte Schar
Ein weises Stück von Stern und All.

Das Blut des Stiers benetzte heiß
Den Jüngling, der dem Pater schwor,
Und wer sich so gebunden weiß,
Wagt sich in neue Weiten vor.

Die Taufe wird hier früh bemüht,
Erlösungswert der Mensch gedacht,
Wo später Christi Kirche blüht,
Sucht sich der Ausweg aus der Nacht.

Auch diese Stätte rasch verwaist,
Da Cäsar neuen Glauben fand,
Denn was die Schar im Kosmos schweißt,
War stets das Reich und sein Bestand.

So kündet Treue noch der Tod
Des Heiltums, das sich opfert hier,
Wie Mithras folgt dem Sterngebot,
Denn er ist selbst der Opferstier.