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Aus »Heliodromus«. Gedichte 1993, Vers 8118 bis 8153

PETRA GENETRIX


Fels und Vulva, Sporn und Schlund,
Scheide von Es sei und Nicht,
Zwischen Tod und Opferbund
Gab sich Gott ein Angesicht.

Schmerz, dem frühern Glauben fremd,
Zeigt die Stirn am Phryger-Hut,
Daß sein Gut den Guten hemmt,
Zeugt des Himmelsstieres Blut.

Fragen, die seither nicht still,
Schufen sich ein erstes Bild,
Was der Herr der Schöpfung will,
Was ihm unser Trachten gilt.

Die das Denken hob im Stolz,
Beugten sich dem Mysten-Traum,
Unser Tun fügt mürbes Holz,
Unser Mühn ist eitler Schaum.

Nicht die Fruchtbarkeit der Au,
Daß das Wild dem Jäger feil,
Leitet hier die Gottesschau,
Die nun Heimat wird und Heil.

Welt ist Krieg und Opferschmerz,
Doch die Seele soll entfliehn,
Was da gärt im Menschenherz
Sei erlöst und sei verziehn.

Mithras mathematicus
Wird zum Kern der Harmonie
Ehe trifft Orions Schluß,
Alles fällt in Nichts und Nie.

Und der Wandelsterne Licht
Wird zu Rang und Ordnungsmacht,
Vor dem Kosmos steht die Pflicht,
Die Saturnus’ Traum bewacht.

Aus der Stammwelt reifte Rom,
Alt und imperial zugleich,
Miles, Pater, Heliodrom
Fronen nur dem Traum vom Reich.