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Aus »Der Weiße Falter«. Gedichte 1992, Vers 6281 bis 6316

MITTELALTER


Erst als man sich mit Absicht von der Mitte
Getrennt, ward auch das Altertum benannt,
Es eint die Völker, Staaten, Kult und Sitte,
Eh Sachsen sich zum Christentum bekannt.

Die Zwischenzeit hieß Mitte nicht als Achse,
Um die sich alles windet, dreht und reiht,
Ehr Bergfest, daß man rasch darüberwachse
Im Glauben an die unbemeßne Zeit.

Die Neuzeit aber ist allein Verfallen,
Als Gottessohn und endlich als Geschöpf
Wird Adam unter Rädern zum Vasallen
Und hofft nur, daß ihn der Konvent nicht köpf.

Die Teufelei mit Geistern zu verschleiern,
Gab Darwin Segen dem, was schamlos dreist
Sich durchsetzt, und den Pyrrhussieg zu feiern,
Als Glaubenspflicht er Untertanen heißt.

Die Freiheit ward getauscht in Würfelspiele,
Auch das Geschlecht ward nichts als Kapital,
Die Zahl ward Herr, und als unsagbar viele
Nach Nahrung schrien, so ward auch sie zur Zahl.

Verbrauch von allen Wundern, die Äonen
Geschaffen, heißt des großen Trugs Rezept,
Wer spart, den wird das Leben nicht belohnen,
Wer schlemmt, heißt Visionär und Heilsadept.

Dies kann allein in Schmerz und Klage enden,
Der Teufel täuscht, dies weiß ein jedes Kind,
Wir müssen uns zurück zum Heiland wenden,
Daß uns die Mitte wieder gibt und nimmt.

So mancher faselt von des Reiches Kehre
Und bleibt in seiner Träumerei modern,
Universal wie dies ist nur die Ehre
Des Heilands und der Glaube an den Herrn.

So steht als Tor der Ordnung uns die Buße,
Wer nicht die Götzen und Gespenster läßt,
Der findet nie zurück zu Heil und Muße
Und flieht in Wüsten vor dem Osterfest.