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Aus »Weckruf und Mohn«. Gedichte 1988, Vers 3095 bis 3108

NARKISSOS


Wer bist du, mein, sag, wo zuerst gesehn,
Gehört, gefühlt, gerochen und gedacht?
Wie soll ich schmähen, was mich selig macht,
Wie preisend meine Traurigkeit verstehn?

Wer bist du mein, der ruhlos wandernd wacht
In Schatten, die sich durch die Schatten drehn,
Und träumt am Fluß, wo seine Wächter gehn
Im gleichen Linnen wie die lange Nacht?

Wer bist du schwarzer Schmetterling? allein
Mein Blut soll dir die rechte Süße sein,
Quell, sprudelnd, und ein ebner Spiegel bald.

Ich gab mein Blut – nun sag, wer bist du mein?
Doch ach, so rasch, und wer ermißt die Pein,
Verfällt mein Aug und meine Gottgestalt...