Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Weckruf und Mohn«. Gedichte 1988, Vers 2947 bis 2960

DER TIGER


Das Auge – wach und weit und gänzlich hier.
Die Schlange, die den Deuter narrt, verwischt
Die Spur und weist gen Nord, wo schwarze Gischt
Gebiert und säugt, zu Speer geballt in dir.

Im Dunkel, dir vertraut und eigen, zischt
Der Winde Wahn, die Schrecken aller vier
Sind deine Farben, Widder, Lamm und Stier
Sind eins im Blut, das deine Pranke mischt.

Nur einer, der wie du geschichtslos bleibt,
Ist froh vor dir, daß du ihn willig trägst,
Dem Zentrum zu, dem ihn die Zeit verschreibt,

Daß du, es witternd, die Beschwer erwägst,
Ganz inne seist, daß es den Gott verleibt,
Dich aufbäumst und den Unbekannten schlägst.