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Aus »Die alte Linde. Zweites Buch«. Gedichte 2013, Vers 42345 bis 42384

EROLZHEIM


Ob Wachstum sei das letzte Wort?
Ob Überdauern? streitet nicht,
Wer unverrückbar füllt den Ort
Und seine Narben im Gesicht
So buckelt, daß wie Blasenschleim,
Erscheint, was federn läßt das Beil.
Dem Frohberg setzt in Erolzheim
Die Linde seinen frohsten Teil.

Wie groß sie einst gewesen ist,
Verschweigt das borkige Fanal,
Der Ausblick, leicht erklettert, mißt
Die Winkel all im Illertal,
Dies sei dir neuer Fahrten Keim
Und Vorschau auf die nächste Meil.
Dem Frohberg setzt in Erolzheim
Die Linde seinen frohsten Teil.

Es heißt, daß einst Sankt Nikolaus
Lebkuchen buk im hohlen Bauch,
Es brach ein Teil des Mantels aus,
Daß offenbar die Nische auch,
Nicht ziemt Verborgenheit dem Steim,
Tritt aus dem Laubichtschutz der Zeil!
Dem Frohberg setzt in Erolzheim
Die Linde seinen frohsten Teil.

Nur wer auf jede Deckung pfeift,
Auf ein Gesäusel, das umgarnt,
Nicht meint, daß er das Licht begeift,
Daß ihn der Eichelhäher warnt,
Geht keinem Teufel auf den Leim
Trägt nicht im Aug den Blenderkeil.
Dem Frohberg setzt in Erolzheim
Die Linde seinen frohsten Teil.

Warum ist die Vernarbte froh?
Mehr als ein Himmelstürmer noch?
Sie sucht in keinem Irgendwo
Was längst in ihr zusammenkroch.
Sie fand zu jedem Raum den Reim
Und jedem Hoffen Halt und Heil.
Dem Frohberg setzt in Erolzheim
Die Linde seinen frohsten Teil.