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Aus »Die alte Linde. Zweites Buch«. Gedichte 2013, Vers 42021 bis 42052

SINGENDE LINDE ZU TELETZ


Als einst Politschka man erkennt
Zur Königsstadt, begannen bald
Zu roden deutsche Siedlerhänd
In Mährens Grenzland dichten Wald.

Zum Bistum Leitomischl zählt
Teletz bis zum Hussitenkrieg,
Der Bauer utraquistisch wählt,
Vollkommen ist der Brüder Sieg.

Dann nach der Schlacht am Weißen Berg
Kam Rom zurück samt Priester-Treck,
Daß nun das Mahl den Laien stärk,
Verlangte ein Geheimversteck.

Aus jener Zeit Legende geht,
Der Linde, hohl wie ein Verschlag,
Verbotner Psalmensang entweht,
Und Volkes Sprache trotzt dem Tag.

Der Mann kopierte, als er sang,
So geht es leichter von der Hand,
Und was er große Töne schwang,
Verstärkte noch die Lindenwand.

Der Hall im Holz ist heut noch rein,
Daß man dort singen möchte gern,
Und ohne Bücken gehts hinein
In dieses lindne Haus des Herrn.

Ja überhaupt, ein wahres Fest
Ist dieses wohlbekrönte Haupt,
Sie teilt sich hoch, und kein Gebrest
Stört, wo man singt und lobt und glaubt.

Dies findest du kein zweites Mal,
Streifst du auch durch das ganze Reich.
Drum Linde sing, sei das Fanal,
Daß man das hohe Ziel erreich!