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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37983 bis 38022

MARKERSDORF


Es markiert kein Stein im Grase,
Aber schlesisch ist es doch,
Nicht betrügt der Zoll die Nase
Und im Strumpf das große Loch.
Eichendorff, ich schlug die Brücke
Von der Saal zum Oderbruch,
Denn die Grenzverschieber-Tücke
Merzte niemals den Geruch.

Längst bedichtet sind die Forste,
Wo uns heimelig der Schrat,
Wo vom Binder spricht die Borste
Und die Ähre von der Mahd,
Wenn einst Deutsche wiederkehren,
Wirst du Krume neu erblühn,
Doch berauscht von Hiobslehren,
Wähln sie rosa oder grün.

Zwar ist hier noch nichts vertrieben,
Doch der Schatten auf dem Land,
Furcht die Stirne mir mit Hieben,
Und der Mut scheint abgebrannt,
Ist das Ziel dies Nest am Wege,
Wie das Deutschtum stets Provinz?
Wie ich auch die Karten lege,
Raus kommt immer nur: ich bins.

Ob ich schelmisch Abschied nehme
Oder Meißen noch besuch?
Jedem Dichter sind Systeme
Perfidie und Rackerfluch,
Und es würde mir nichts nützen,
Rief der Sensenmann mich nie,
So viel Spatzen, so viel Pfützen,
Alles schreit nach Poesie.

Darum pöne nicht Fragmente,
Denn die Welt ist selber eins,
Und das innerst Quintessente
Sagt uns nur der Geist des Weins,
Wo wir fanden Grund zu singen,
Sei das Werk uns recht getan,
Es zu Ende je zu bringen,
Ist und bleibt ein frommer Wahn.