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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37927 bis 37966

BISCHOFSWERDA


Einst umsäumt von siebzehn Teichen,
Galt als Werder dies im Ried,
Viele Bäume mußten weichen,
Eh man erste Furchen zieht,
Benno gilt als Siedlungsgründer,
Bischofsstab und Weihnachtsstern
Sollten lehren jeden Sünder,
Daß er folge unserm Herrn.

Hirtenstern verweist auf Weide,
Und der Stab auf weites Ziel,
Wieder eine Wasserscheide
Überschritt das Minnespiel,
Sag, wohin gilt es zu fahren,
Wenn wir ausschaun, taubenetzt?
Wenn sich dicht die Schatten scharen,
Wirst du weise sein zuletzt.

Jeder Pilgrim hat die Mühen,
Die der trägt auf seinem Pfad,
Zu erkennen als ein Blühen,
Das recht eigentlich die Tat.
Weg ist Ziel, hör oft ich sagen,
Doch dies triffts nur ungenau,
Denn das Tun ist stets ein Wagen,
Und wer zielte schon ins Blau?

Fühl ich Benno in der Nähe,
Bin ich gleichwohl nicht bei ihm.
Herrlich wärs, wenn es geschähe,
Daß auch mir ein Neuland ziem!
Doch die Welt ist längst erschlossen,
Und gefüllt mir Tand und Kram,
Doch so viel auch Zeit verflossen,
Nicht zum Herrn die Seele kam.

Also darf der Zweifler fragen,
Ob der Weg nicht falsch und irr?
Ob das Ziel von allen Tagen
Ist zerschlagenes Geschirr?
Elster flattert auf der Mauer,
Diebisch wie auf Donars Eich,
Und der ehrlichste der Schauer
Ward derweil nicht kenntnisreich.