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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37549 bis 37572

KUMPEL


Der Mann, mit dem man Brot teilt, wie Lateiner
Einst sagten, ward zum Synonym für Hauer,
Denn der Betroffne ist hier jeder einer,
Wo mächtig liegt das Schicksal auf der Lauer.

Die Not verschweißt, des Berges dichtes Drohen
Wiegt ärger als der Feind vorm Schützengraben,
Der Toten denkt im Schein der Osterlohen
Wer schweigsam trägt das Dunkelkleid der Raben.

Oft schickte man, um Lohn und Raum zu sparen,
Auch Kinder oder Frauen in die Schächte,
Dies ist wohl Grund, daß recht verhalten waren
Die Stimmen, daß man dies rein männlich dächte.

Die Frauenfreiheit, hin und her beschworen,
Scheint derzeit sich vom Ausgang abzukehren,
Im Bergbau hätten Weiber nichts verloren,
So sprach man, um das Muttertum zu ehren.

Der Konvention, daß Frauen seis verboten,
Mit Glückauf in die Schächte einzufahren,
Trat Deutschland bei, als noch die Bombentoten
Recht unvergessen in den Nachkriegsjahren.

Doch jüngst ward diese Unterschrift gekündigt,
Nun gilts als Schimpf, das Schwache zu beschützen,
Dabei wird praktisch freilich nichts versündigt,
Weil Bergarbeiter Deutschland nicht mehr nützen.