Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37415 bis 37454

SAAFNLOB


Der vierte Bub der Bergmannsfrau
Ward Lehrer und hat gern gereimt,
Sein Verswerk ist kein Rotfuchsbau,
Sein Ratespiel nicht abgefeimt.

Ehr Fiedler, der in Wald und Heid
Die Heimat spürt mit offnem Herz,
Dort küßt die Freud das tiefste Leid,
Und nur der Star weiß nichts vom Schmerz.

Der findt sein Kastel neu im Lenz,
Wo Häuser einsam stehn am Wald,
Und daß der Schnitter bald schon sens,
In jedem Vers als Grundbaß hallt.

Und trotzig heißts, die Sitte sei
Hier alt und abhold neuster Mod,
Stets klingt das feine Weh dabei,
Von dem, der weiß, die Zeit ist rot.

Als Rotarmisten an der Muld
Des Bauers weiße Flagge loht,
Der Lehrer war am Weltleid schuld
Und kriegte sein Berufsverbot.

Doch nicht genug, man schleppte ihn
Nach Mühlberg und nach Bautzen fort,
Er büßte für den Bildungs-Spleen,
Weil nun verderblich deutsches Wort.

Als er drei Jahr geduldet Haft,
Das Regiment ward minder derb,
Mann gönnte ihm die Leidenschaft
Für Brauchtum und für Kunstgewerb.

Das Erzgebirgeln ward erlaubt,
Solangs den Takt der Zeit nicht stört,
Wenn man die Heimat harmlos glaubt,
Wird bloß der halbe Reim gehört.

Denn, wer den Wald singt und das Nest,
Macht Recht auf eigne Lebensweis
Wohl geltend, vor Tyrannen fest,
Und löst sich nicht im Dunst des Breis.

Die Heimat ist kein Standortplus,
Nicht Wachstum will sie und Profit,
Wer immerfort sie preisen muß,
Der macht den Wahn der Zeit nicht mit.