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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37355 bis 37394

SCHÖNHEIDE


Wie ist die Heide hier so schön!
Rief, sagt man, Karl der Fünfte aus,
Westerzgebirges sanfte Höhn
Sahn bald darauf manch festes Haus.

Die Landwirtschaft war mühereich,
Auch Bergbau brachte wenig Glück,
Es ward der Menschenschlag nicht weich,
Doch stolz auf ein gelungnes Stück.

Schönheiderhammer Pleite sah
Recht oft, doch nie der Hammer schwieg,
Die Hütte ist auch heut noch da,
Was ich nicht oft zu hören krieg.

Der Bürstenmann war reichsbekannt,
Die Not war der Erfinder stets,
Man Pinsel, Bürsten, Quoddeln band,
Zur Messe auf nach Leipzig gehts.

Vom Knock aus wird gerodelt gern,
Wenn Winter kommt mit Schnee und Schiern,
Der Städter, der den Bergen fern,
Hat ein paar Groschen zu verliern.

Mir steht, nicht nur, weil Sommer grad,
Nicht so der Sinn nach Talgesaus,
Doch gibts hier einen Kräuterpfad,
Der breitet wahre Schätze aus.

Am Kuhberg lang durch Wies und Wald
Gehts wellig bis nach Stützengrün,
Obs Wetter sonnig oder kalt,
Siehst Sträucher du und Ranken blühn.

Wer meint, dies sei ein Unkraut bloß,
Der wird von Tafeln bald belehrt,
Daß manchen Krauts Geschmack famos
Und überdies dem Husten wehrt.

Ob Knoblauchrauke oder Giersch,
Ob auf dem Brot Spitzwegerich –
Der Schwabe raunt dir zu: Probiersch!
Und kein Geschäft enteignet dich.

Ob Würze, Salbe, ob Tinktur,
Ein Kräutlein wächst für jedes Weh,
Drum koch und back und brau nicht nur,
Zuallererst nach Kräutern geh.