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Aus »Zweifelsbachgrund«. Gedichte 2010, Vers 34828 bis 34871

GRUND


I

Grund wozu und Grund wofür,
Alle Gründe gründlich frag,
Ob dir einer heb die Tür
Oder sie verschließen mag.

Daß zum Gründer einer taug,
Sei nicht grundlos anerkannt,
Gräber grub mit blindem Aug
Oft des Lied vom grünen Land.

Grob der Groll und groß der Grimm,
Wenn Gegrät die Kehle greift,
Grillenfrei die Greifer nimm,
Eh der Stabreim sich versteift.


II

Das, drauf einer steht und bleibt,
Was ihn trägt, den Traum verleibt,
Bis ihn schlingt der Todesschlund,
Unserm Volk das Wort beschreibt:
Grund.

Gleichfalls drängt sich jeder Sach
Ursach auf als Fug und Fach,
Doppelsinnig spricht der Mund
Und schafft so zu Ungemach
Grund.

Solcher Lug im Doppelsinn,
Läßt verzweifeln im Beginn,
Läuft das Faß, so brauchts den Spund,
Daß im Rieseln, im Gerinn
Grund.

Wort nur jenem Sinn verstreut,
Der Gewank wie Festes scheut,
Dems zu öd und auch zu bunt.
Aber dir ists großer Freud
Grund.


III

Der Grund ist mehr als Gründe,
So sprach der Stein zum Schwamm,
Der Baum nicht fester stünde,
Gäbs mehr als einen Stamm.

Der Grund hat selber keinen,
Sonst bliebe er bedingt,
Dem Leben will es scheinen,
Daß es zumeist gelingt.

Wenn alle Dämme brechen,
Verläßt mich nicht der Reim,
Denn auch in See zu stechen,
Führt unsereins nur heim.