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Aus »Zweifelsbachgrund«. Gedichte 2010, Vers 35320 bis 35359

URIN


Es gibt da so Dichter,
Die reimen Urin,
Dann wird dem Gelichter
Ein Orden verliehn,
Dann gibts Therapeuten,
Die preisen den Saft,
Die Seele zu häuten,
Der Schwedentrunk schafft.

Als Gaukler verschreien
Hingegen modern
Die dürftigen Weihen
Die Minnezeit gern,
Ins Licht wie ins Trübe
Wirft Forschung das Netz,
Nennt rareste Schübe
Gedicht und Gesetz.

Orphan mit Retorte
Sucht chymicus Brand,
Urin, der verdorrte,
Als Leuchtstoff sich fand,
Was Phosphor geheißen,
War Leibniz so hehr,
Das dieses zu preisen,
Kein Versmaß zu schwer.

Zwar hat der Entdecker
Nur selten den Lohn,
Hier steht der Verzwecker
Und dorten der Hohn,
Zum flammenlos Leuchten
Fand jener den Stab,
Der schlüpfrigen Feuchten
Den Suchermut gab.

Im Nächsten zu rufen
Was fürstlich und groß,
Ist erste der Stufen
Nach weiserem Los,
Wer aber die Aue
Im Sternenraum glaubt,
Die Wüsten erschaue,
Wie er sie im Haupt.