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Aus »Trichterwinde«. Gedichte 2009, Vers 33472 bis 33495

GROSSVATER


Großväter hab ich nie gekannt,
Denn dieser fiel fürs Vaterland,
Vertrieben jener, Gott vergebs,
Ihn raffte hin der Magenkrebs.

Großvater Bergk in Rußland blieb,
Die Omi hatte ihn so lieb,
Daß sie, so viel auch Zeit verrann,
Nichts wissen wollt vom zweiten Mann.

Kein Grab erhielt, im Ost vermißt,
Wer so der Zeit entgangen ist,
Jedoch die Stadt sah Recht und Fug,
Daß Namen sie in Tafeln grub.

Vielhundert Tafeln an der Wand
Der Kirche jeder Sonntag fand,
Der Lehrer gar, der sonst nie dort,
Mit Schülern kam zum Trauerort.

Als jüngst ich in die Kirche kam,
Erschrak ich tief in Schmerz und Scham,
Die Wand, die Opas denken darf,
Der Schurkenstaat zum Kehricht warf.

Mein Vater war ganz aufgebracht,
Daß solches Zeug die Kirche macht,
Da sei, wems noch nicht klar, geklagt:
Sie hat vom Herrn sich losgesagt.