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Aus »Trichterwinde«. Gedichte 2009, Vers 33066 bis 33101

VOGELSANG


Die Frühlingszeit verpaßt du nie,
Da hell gestimmt das Waldgeschweig,
Rotkehlchens Schwermut zeigt Manie,
Der Zilpzalp wirbt vom Weidenzweig.

Rohrdommel flötet, Seidenschwanz
Uns klingelt nach Familienart,
Schon wird es Zeit zum Lindentanz,
Zaunkönig schmettert seinen Part.

Ahm nicht nur nach mit Blockgeflöt,
Mit Gaumenpfeiferl, Zwitscherrohr,
Was immer sich zum Tönen böt,
Es stell der Stimme Grund und Chor.

Wie kommts zu diesem ernsten Scherz?
Ein Vogel du, im Trillern laut,
Der Rhythmus pumpt das Blut im Herz,
Aus Melodien ists aufgebaut.

Es ist der reinste Übermut,
Wenn jemand singen will und muß,
Er zeigt, daß alles Leben ruht
Auf Gottes großem Überschuß.

Doch weh! was ohne Arg und Gram,
Es wird befehdet, hart und streng,
Wer in das Tal der Menschen kam,
Spürt bald, daß ihm die Kehle eng.

Was Freimut trägt, Gesang, Gebet,
Ist immer auch Gewicht, Gesetz.
Nicht ausbleibts, daß das Reimgered
Des Feindes dunklen Plan verletz.

Drum mischt sich in dein Geigenspiel
Ein Grollen aus dem dunkeln West,
Ein Horn klagt leis, wo Siegfried fiel,
Im Windstoß bleibt nicht alles fest.

Doch halt nicht ein, selbst wenn dir dicht
Der Regenfall das Haar verklebt,
Es ist noch langhin zum Gericht,
Drum lob und preise stets was lebt.