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Aus »In den Isarauen«. Gedichte 2009, Vers 32328 bis 32351

DIE KÖNIGIN DER NACHT


Um das Holz der Gitterstäbe
Schlängelt sich der Epiphyt,
Daß er sich die Blüte gäbe,
Wird der Ofen wohl bemüht.

Aus den Gluten der Kariben
Kam der Pflegling ins Labor,
Sieben Jahre stumm geblieben,
Treibt er schlanke Sprosse vor.

Aus den Kanten-Areolen
Wächst nur Haar, das bald ergraut,
Daß der Strauch nicht leicht bestohlen,
Stechen Nadeln aus der Haut.

Dann zur Nacht kommt jäh die Stunde,
Wo die Blüte sich entpuppt,
Bis die Offenbarungswunde
Rasch verfahlt und hart verschuppt.

Groß und duftend nach Vanille,
Gelb-orange und innen weiß,
Sternstund und Gestaltungswille
Geben ihr Geheimnis preis.

Splitter-Kranz und güldne Krone,
Daß vor Glück ich trunken bin:
Dies Geblüh stellt zweifelsohne
Jeder Nacht die Königin.