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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 31368 bis 31407

HERBERT BÖHME


Wie am Anfang steht am Schluß
Dieser Namensreih ein Böhmer,
Schon zu Zeiten des Jan Hus
Mochten diese keinen Römer,
Wer die Verse selbst vertont,
Daß ihm alles selbst gehöre,
Bleibt vom Wiener Stolz verschont,
Und von Launen der Tenöre.

Das Bekenntnis freien Manns
Sei der Strauß von Immortellen,
Spielt die Flöte auf zum Tanz
Zögert nicht auf Bärenfellen,
Unser deutsches Vaterland
Ruht in unsrer Seele Adel,
In der Not greift der Verstand
Vor der Keule stets zur Nadel.

Für den Dichter zeigt sich Gott
In dem Reim von Aug zu Auge,
Dogma, Kette und Schaffott,
Und was sonst Bekehrung tauge,
Macht dich niemals gut und rein,
Wie der Liebe dies gegeben,
Darum sollst du liebend sein
Und nur in der Liebe leben.

Hart sind Tagesmüh und Pflicht,
Darum frühe Einfalt achte,
Was sich Hellas gab als Licht,
Immer heimzuholen trachte,
Was du tust und was du wagst,
Sollst am Göttlichen du messen,
Was du meinst und was du sagst,
Trage stets den Schimmer dessen.

Ist vergessen, was ich bin,
Widerlegt, was ich erdachte,
Dunkel und zerzaust der Sinn,
Bleibt doch stets die Träumer-sachte
Melodie am Saum der Zeit,
Die zur Orgel macht die Flöte,
Wenn der Wälder Einsamkeit
Aufstrahlt in der Morgenröte.