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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 30977 bis 31017

JUNGEN


Für Oskar Loerke

Einst in Jungen nahe Schwetz
An der Weichsel wuchs ein Knab,
Der als Ostens Meister Petz
Nahm Berlin im raschen Trab,
Von Vineta schrieb er früh
Und er pries den großen Pan,
Und er zog ins Waldgeblüh,
Da im Reich regiert der Wahn.

Wo der Turmbau eilig schritt,
Sieht das Kind den Oger nahn,
Und von Dürers Dreifachritt
Träumt im See ein morscher Kahn,
Grad da eine Welt versinkt,
Drin die Blüher Sinn und Maß,
Er sich einer Kunst verdingt,
Der es reicht, was er besaß.

Wie die Armut im Gedicht
Aufsingt, bleibt sie Dichtern treu,
Darum auch verwunderts nicht,
Daß der Halde Schutt und Spreu,
Eine selten reiche Schar
Hochgestimmter Lieder schuf,
Wo die Welt am Ende war,
Klang der Windzeit Nebelruf.

Zwei Jahrzehnte warf das Land
An der Oder Sproß um Sproß,
Der den Bogen in der Hand
Pfeile deutschen Sangs verschoß,
Wo der Erstling pries den Elch,
Folgten Otter, Schierling, Wurz,
Und der Spätre fragt sich, welch
Genius stieg so steil, so kurz.

Drum ist wohl der kleine Ort
Dieser Herkunft recht benamt,
Denn der Jugend Zauberwort
Kennt den Traum, daher ihr kamt,
Jeder Dichter dieser Zeit
Gelte mir als Großpapa,
Und der Osten, hell und weit,
Stellt die erste Garde da.