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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 30744 bis 30783

REGENWOLKEN ÜBER DEN FELDERN


Sanftes Aquarell der Mark,
Die sich duckt im Wolkengroll,
Sandland, mühereich und karg,
Saugt sich mit dem Himmel voll,
Wen das Ährenrauschen barg,
Der verachtet Gut und Geld,
Denn die Engel rührn ihn stark
Auf dem regnerischen Feld.

Wolken, die der Wind zerstiebt,
Türmen sich und ufern aus,
Wenn es eine Heimat gibt,
Bin ich auf dem Land zuhaus,
Weg, der sich durchs Offne schiebt,
Wagt getrost in alle Welt,
Weil der Sand den Wandrer liebt
Auf dem regnerischen Feld.

Zwar meint manch verwöhnter Geck,
Daß ihm Ockerton und Grün,
Böten weder Nutz noch Zweck
Oder Wert, sich drum zu mühn,
Doch im Schutz der Taxusheck
Wächst das Blau, das dir gefällt,
Und du spürst den liebsten Fleck
Auf dem regnischen Feld.

Was wie Schlaf beisammen liegt,
Atme mutterweich als Dunst,
Daß dein Lied zum Himmel fliegt,
War schon immer deine Kunst,
Wo die Bö den Halm verbiegt,
Der sich wieder grade stellt,
Hat das Kraut den Sand besiegt
Auf dem regnerischen Feld.

Staub hat deinen Rock gesteift,
Unterm Hut verklebt die Lock,
Und es ist kein Reis gereift
Aus dem grauen Wanderstock,
Doch wer durch die Heide streift,
Preist den Herrn, der sie erhält,
Weil er seine Näh begreift
Auf dem regnerischen Feld.