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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 30257 bis 30280

ZOPFFLECHTENDES MÄDCHEN


Ich stehe hier und weiß nicht recht,
Was ich so denk und bloß vermut,
Ich übe mich im Haargeflecht
Und schaue, was sich sonst so tut.

Ob etwas Vorwitz aus mir schaut,
Wenn ich da innehalt und lausch?
Das Flechten ist mir so vertraut,
Daß ich die Stränge nicht vertausch.

Ich rühre wenig Arm und Bein,
Vielleicht bin ich auch gar nicht hier,
Tritt jemand in die Diele ein?
Und schreit im Stall ein krankes Tier?

Ein wenig ich die Hüften wieg,
Im Winde duftet der April,
Daß mir das Haar im Frühling flieg,
Ich weiß nicht, ob und was ich will.

Ich sage nichts, ich warte ab -
Was da wohl rüttelt, schwelt und ruckt?
Manch böser Blick verfehlte knapp
Die Schulter, die sich sorgsam duckt.

Ich bin ein Mädchen, blond und hell,
Das wenig weiß vom Weltenlauf,
Der Lenz zerschmilzt das Winterfell,
Ich schlag der Welt die Augen auf.