Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 29888 bis 29928

DEUTSCHE POETEREY


Martin Opitz in Dankbarkeit

Von Bunzlau, Breslau, Beuthen ging
Dein Weg, bis Krieg das Reich zerbrach,
In Baden, Leiden, Jütland sing
Von Teufelei und Ungemach,
Doch da du heim nach Schlesien kehrst,
Warst reif, daß klar dein Auge sieht,
Dem Volk du das Gesetz bescherst,
Darin erklingt das Lutherlied.

Daß uns den Jambus setzt der Ton,
Daß der Akzent uns Maß und Takt,
Spricht Tacitus’ Germania hohn,
Und hat das Reich von Rom entschlackt,
Der Kaiser gab den Adelsstand,
Sangst du zum Tode Karles Trost,
Doch Platz im Köthner Dichterland
Hat sich dein Herz als Ziel erlost.

Doch dort bestimmt die welsche Form,
Die ausging von der Ritterzeit,
Mit spitzer Zunge Takt und Norm,
Als bäurisch gilt die Odermaid,
Hier wird mit Asphodill gebraut,
Und Feld und Werkstatt sind verhaßt,
Jedoch aus deinen Versen schaut
Der Sachs, in Böhmes Geist gefaßt.

Auch daß von Dohna Hannibal,
Dein Dienstherr, Protestantenfeind,
Macht daß der Köthner Minnesaal
Es nicht so gut mit Opitz meint,
Der Glaubenskrieg nicht nur das Feld
Mit Blut bestreut und blankem Erz,
Es ist ein Zwist, der Lanzen stellt
Gar mitten durch das deutsche Herz.

Dann schließlich sagt von Anhalt ja,
Daß einzög die Poeterey,
Die leistete das Wunder da,
Daß einstger Gegner Jünger sei,
Dies bin ich heute auch und hier,
Befehdet von der Profession,
Doch wirds gelingen mir wie dir,
Daß herrsche dort der deutsche Ton.