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Aus »Engelke up de Muer«. Gedichte 2008, Vers 28177 bis 28216

GRÖNES LAND


Grönes Land, von Glockenheide
Violett getupft, gesäumt,
Asenthing und Eismeerscheide,
Drin das Lied von Thule träumt,
Glasschmalz ziert die deutschen Köge,
Hafer deckt den gelben Deich,
Daß wer jung ins Marschland zöge,
Gilt uns als das wahre Reich.

Was vom Meer uns ward zum Groden,
Schafft dem Freien Land und Recht,
Nicht als Zweig der Fürstenmoden,
Wächst ein froheres Geschlecht,
In der Gottesgift der Polder,
Die vererbt kein Pergament,
Sei dir keine Mühe holder
Als das Werk, das dich erkennt.

Mann, der Weib und Kind ernähren,
Darf auf selbstgeschaffnem Grund,
Hart wie das Gestein der Schären,
Sei sein Arm und karg der Mund,
Wem die Midgartschlange bange
Macht, doch nie des Drosten Ruf,
Trotzt dem Groll der Windsbraut lange
Wie die Heimat, die er schuf.

Enger an die Elemente
Rücken wir, in Wettern fest,
Was die Sturmflut Vätern trennte,
Trägt schon bald ein jüngres Nest,
Gott hat Sturm und Wolkenbänder,
Alles Zeiten sind ihm eins,
Doch mit Deichen als Geländer,
Wird das Auland grün und meins.

Da bleibt keine Zeit zu fragen,
Ob es lohne da zu sein,
Denn die Spur von meinen Tagen,
Schließt des Meers Geheimnis ein,
Unser Gott will die Triumphe,
Seinem Lied als Strophe gut,
Und verhaßt ist ihm das Stumpfe,
Das nicht Glaube kennt und Mut.