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Aus »Engelke up de Muer«. Gedichte 2008, Vers 28591 bis 28630

WURSTEN


Dach und Giebel offen,
Tag und Nacht besoffen,
Schau das große Wappen,
Wurster zu ertappen.

Anonym 18. Jh.

Zwischen Wesermund und Elb,
Oldenburgern nicht dasselb,
Ist der Fries im Seeland froh,
Frei vor Karl und immer so.

Marsch bis hin zur Hohen Lieth,
Wo man grüne Lande sieht,
Milchvieh weidet sorgsam ab,
Wo man Scholle fischt und Krabb.

In die Tiefs, mit Sielen fest,
Kutter kehrt dem Wurtennest,
Recht sind Hamburg nicht und Rom,
Sondern Aurichs Upstalsboom.

Da der Wiking nicht mehr dräut,
Wuchs die Eigenheit der Leut,
Fremder Schulze, Probst und Staat
Gilt nicht vor dem Wursten-Rat.

Doch das Mittelalter fiel
Und das Glück am Wremer Siel,
Zwar dem Aufstand sing ich Ruhm,
Doch es blieb das Erzbistum.

Mit den Bremern ging es los,
All die Herren schachern bloß,
Watt und Weid sind ihnen Pfand,
Zu verscherbeln jedes Land.

Ob Hannover oder Preuß,
Ärger sind als Wanz und Läus,
Fremde ohne Fisch im Netz,
Aber groß mit dem Gesetz.

Schmuggler werden gern gesehn,
Da die welschen Zöllner gehn,
Schien die Freiheit minder fern,
Doch es folgten deutsche Herrn.

So beschämt in klammer Hütt,
Bleibt allein die Jever Pütt,
Denn ein feiner Aquavit
Macht mit jedem Schicksal quitt.

Also weicht dem Tee der Schnaps
Erst, wenn wieder Öl vom Raps
Leuchtet und nicht Gas und Strom,
Und das Recht am Upstalsboom.