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Aus »Das Murmeln der Ilm«. Gedichte 2008, Vers 26606 bis 26645

KOCHBERG


Im Südost das Hohe Haus
Geht auf frühstes Baun zurück,
Spür die Wasserburg noch draus
Grüßen aus dem Ritterglück,
Ein Quelle sang im Park,
Speiste Rohr und Grabenwehr,
Von dem Bergteich tropfte stark
Wasser durchs Gerölle her.

Einzgen Zugang brachte lang
Eine Zugbrück Richtung Saal,
Doch zu Goethes Zeiten schwang
Sich ein Weg, der minder schmal,
Mit der Renaissance erfuhr
Auch das Schloß, was nun bequem,
Und gedielt sind Stub und Flur,
Daß da nicht nur Stein und Lehm.

Seltsam durchs Privatgemach
Schweifen der Charlott von Stein,
Gehst du Goethes Spuren nach,
Läßt ein Obolus dich ein,
Besser wärs, in Goethe Geist
Würd die Klause noch bewohnt,
Einem Trugschluß folgte meist,
Wer steril das Erbe schont.

Mehr als aller Mauern Flucht
Denkt die Landschaft dem Gesell,
Der durch Au und Felsenbucht
Ging und galoppierte schnell,
Herzschlag, Traum und rascher Ritt,
Geben Rhythmus, Farb und Film,
Was sich fügt der Herzensbitt,
Die gemessen an der Ilm.

Du spazierst den Weg zurück,
Wo der Abschied ihn umschlingt,
Und der Nächte Liebesglück
Sich im Tagelied zersingt,
Dies ist deinem Stande recht,
Denn du webst im herbstnen Licht,
Und du bleibst Abschieds Knecht,
Aber ohne Hoffnung nicht.