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Aus »Das Murmeln der Ilm«. Gedichte 2008, Vers 27522 bis 27561

STEDTEN


An dem Hang zum Reinhardsberge,
Wo sich Fuchs und Has gut Nacht
Sagen, fänd dich nie ein Scherge,
Hier wird kaum ein Hof bewacht,
Hier hol besser vor die Pfeife,
Denn der Weg nach Zigaretten
Ist in dieser Ilmenschleife
Weit wie jeder Weg von Stedten.

Hier ist, heißts, der Hund begraben,
Wer davonging, kehrte nie,
Hier gilts, keinen Wunsch zu haben,
Milchgeschäft und Drogerie
Gibts nicht mehr mit Wachs und Dochten,
Selbst mußt du die Wäsche plätten,
Einstens hat man Korb geflochten,
Doch das weiß man nur in Stedten.

Pendeln ist das Los von allen,
Die der Kindergarten ließ,
Sind die Pendler eingefallen,
Steht ein stilles Paradies,
Kein Gewerbe wagt zu hämmern,
Daß sie was zu melden hätten,
Und es muß dem Dümmsten dämmern,
Daß gestorben lang schon Stedten.

Aus die Kirche, die nach Luther
Ihrem Eckard ließ das Sankt,
Ging der Sohn wie einst die Mutter,
Keiner bittet, keiner dankt,
Aus dem Stall ward die Garage
Und von dort gehts nach den Betten,
Nimmer müht sich um Staffage,
Wer geblieben ist in Stedten.

Jüngst hat man ein Stückchen weiter
Viel gebaut, doch kam daher
Nur die Mehrzahl stummer Reiter
Und des Zuwegs Mehrverkehr,
Wer da vollmunds gibt zum besten,
Aufbau Ost, ich würde wetten,
Wohnt vermutlich weit im Westen
Und zumindest nicht in Stedten.