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Aus »Das Murmeln der Ilm«. Gedichte 2008, Vers 27138 bis 27185

SONNENBLUME


Für den Inka gottgesichtig,
Einaug ohne Seitensprung,
Alle Welt ist null und nichtig
Zwischen Früh und Dämmerung,
Nur Apoll in seinem Wagen
Schaust du, Clytia, liebestoll,
Und du weißt nur eins zu sagen,
Und dies ist dein Gott, Apoll.

Groß bist du, die Wimpern flammen,
Um das Aug, das irden braun,
Alles sagt, woher wir stammen,
Was uns atmen läßt und schaun,
Blatt und Knospe wandern täglich,
Doch der Fruchtstand weist nach Ost,
Ist das Anschaun auch unsäglich,
Bleibt dein Pol die Morgenpost.

Zur Bewegung ausgestattet,
Mahnst du mich an Hirsch und Hund,
Daß der Sonnenstrahl dich gattet,
Reifen Odem, Lippe, Mund,
Ist die Zahl der Preiser mächtig,
Knien der Schwestern viel im Feld,
Schwelgst du dennoch sonnandächtig,
So, als wärst nur du die Welt.

Eifersucht kannst du nicht fühlen,
Denn die Lieb läßt keinen Platz,
Wie dem Wind verfallne Mühlen
Fließt dein ganzer Leib im Schatz,
Ist die Nacht ins Land gedrungen,
Schwenkst du ins Gebet der Wacht
Nach den Morgendämmerungen,
Was im Goldnen Winkel lacht.

Die Spiralen deiner Kerne
Bergen Öl, das hold und heil,
Im Gesetz der Wandelsterne
Wird uns Schöpfers Lieb zuteil,
Warm sind deine Sonnenfarben,
Und du hältst die Erde rein,
Wenn da Blatt und Blüte starben,
Wird das Lob doch ewig sein.

So sind Engel wohl im Himmel,
Innigst zugetan dem Thron,
Unbeeindruckt vom Gewimmel
Wesen sie im Äther schon,
Diesem unbemeßnen Ruhme
Uns das Leben Muster fängt,
So auch du, die Sonnenblume,
Die mir Gottvertrauen schenkt.