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Aus »Marone und Morchel«. Gedichte 2009, Vers 26004 bis 26027

FRÜHJAHRSLORCHEL


Wie rohes Hirn und Schweinemett
Drehn sich die Schläuche her und hin,
Sie rekelt sich im Sand, ihr Bett
Lockt sehr den Schweden und den Finn.

Wenn man sie roh herunterschluckt,
Macht sie fast wie der Wulstling Dampf,
Der Blutdruck fällt, der Pulsschlag zuckt,
Erst Durst und dann ein Wadenkrampf.

Wenn sich der Kreislauf etwas zähmt,
Gehts an die Leber und die Niern,
Dem, der sich wüster Gier nicht schämt,
Solls Schlangenhaupt den Grabstein ziern.

Wo Lenz sich traut doch Sommer kaum,
Ist karg der Pilzertrag des Jahrs,
Gyromitrin den Schlemmertraum
Am meisten trübt im Reich des Zars.

Das Gift erst bei Gewalt entweicht,
Sogar der Dunst, wenn man sie kocht,
Läßt schaukeln eher hart denn leicht
Der Lebenskerze schwarzen Docht.

Auch wirken Spuren, die man nie
Entfernen kann, karzinogen,
Drum laß Medusas Psalmodie
Am besten froh im Sande stehn.