Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Marone und Morchel«. Gedichte 2009, Vers 24870 bis 24909

CHAMPIGNON


Brachpilz mit beringtem Stiele,
Samtne Kappe, hell und stramm,
In der Aue fand ich viele,
Die da gleich dem Himmelslamm,
Hilfreich dient er stärkren Reizen,
Lob ich dem Bescheidnen sing,
Auch der Schlemmer muß nicht geizen,
Setzt er auf den Angerling.

Viele seines Ordens Treue
Sind uns angenehm und recht,
Daß nicht Peinigung und Reue
Folgen, wo man herzig zecht,
Ob am Fuß die Scheide schiller
Und Lamellen ungebräunt,
Prüf, sonst gilt der Wulstling-Killer
Eßbar für der Einfalt Freund.

Auch die Dünste vom Karbole
Sind ein Fingerzeig für Pein,
Leuchtet aus zerschnittner Sohle
Chromgelb, laß die Beute sein,
Auch im Reiben der Lamellen,
Spürt die Nas das Giftgebräu,
Drein die Forscher Totes stellen,
Daß es nicht die Fliegen freu.

Hast du dies Geheiß studieret,
Das dem Pilzfreund Einmaleins,
Nimm, was deine Wiesen zieret,
Rosig, froh des Sonnenscheins,
Hier gilt kein Gebot zu sparen,
Keiner Schonung Sorg und Muß,
Denn im Reich der Erdgeist-Scharen
Herrscht noch immer Überfluß.

Dick und fleischig dem Entdecker,
Kuglig jung und reifer Schild,
Wie er folgt dem Sonnen-Wecker
Sei für dich des Geistes Bild,
Der in Schüben schafft und Ringe
Bildet, die die Hexe mag,
Wo er prunkt, sei guter Dinge,
Denn gesegnet ist der Tag.