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Aus »Marone und Morchel«. Gedichte 2009, Vers 25198 bis 25221

KAHLER KREMPLING


Höchst allgemein und allem fein,
Obs sauer oder kalkig geht,
Er wächst im Park, im Moor, am Rain,
Wenn nur ein Baum zugegen steht.

Hainbuche oder Hängebirk
Bevorzugt er, doch Kiefernwald
Und Fichten sind ihm kein Bezirk,
Daß er sich nicht zur Pracht entfalt.

Gedrungen erst, bis flach der Hut
Sich schließlich wie ein Trichter stellt,
Die Umbra-Deckung taugt ihm gut,
Wenn ihn der Ockergelbe hält.

Der Filz verkahlt bis auf den Rand,
Der oft sich einrollt, schmiert und schleimt,
Er weiß, daß ihm die Sonne strahlt
Und daß sich alles auf ihn reimt.

Ist er auch häufig, laß ihn stehn,
Die Gifte zwar das Kochen merzt,
Doch trägt der Gnom ein Antigen,
Das fährlich mit dem Magen scherzt.

Der Frost vertreibt ihn aus dem Licht,
Wenn der Oktober uns verläßt,
Bis dahin doch bleibt dies Gedicht
Für manchen Tag ein Augenfest.