Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 24062 bis 24094

GOLDENE AUE


I

Die Goldne Aue heißt die Sonnenheide,
Die Rotbart deckt auf seinem Schattenbaue,
Im tränenreichen Grund entwuchs dem Leide
Die Goldne Aue.

So wandre frohen Lieds im Helme-Gaue
Das Knabenkraut von Fliegen-Ragwurz scheide,
Dem Bergsteinkraut und Karst-Gestalten traue.

Und streichelt Wind wie ein Gewand von Seide
So führt dich stets das Blümelein, das blaue,
Es loben Greife und die Maus in Kreide
Die Goldne Aue.


II

Im Abendgolde scharen sich die Weisen,
Sphingiden, die verdünnt begehrn das Holde,
Und alle ihre Traumentwürfe reisen
Im Abendgolde.

Sie stehen nicht bei hohen Herrn im Solde,
Denn dies ist eine Zeit von Blut und Eisen,
Und nicht der Ostertag für Blust und Dolde.

Im Lärm des Sturms und im bedächtig leisen
Aquarelliert der Friese Emil Nolde,
Da lag schon was germanisch Kunst geheißen
Im Abendgolde.


III

Vergoldet wird der Weg im Abendlichte,
Wo Mücken schrillen und das Heimchen sirrt,
So wie zur Weihnacht Zapfenfrucht der Fichte
Vergoldet wird.

Du bist durch manchen Grottengang geirrt,
Doch dies ist eine andere Geschichte,
Die weiß, das der Kristall am hellsten klirrt.

Das Gold ist Maß für Glanz und für Gewichte,
Im Tropfen Taus schaut es der greise Hirt,
Bevor sein Leben, wenn der Leib zunichte,
Vergoldet wird.