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Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 23658 bis 23697

OPFERMOOR


Nahe Niederdorla wacht
Manches dunkle Holzidol,
Wo in Tann und Buchennacht
Grüßt Alraun den Parasol.

Heiden haben hier gebangt,
Ihren Göttern sog das Moor,
Was im Herzraum angelangt,
Holt der Gräber spät hervor.

Rinder, Hunde, Schwein und Pferd,
Ziegen, Schafe sanken tief,
Auch den Mensch hat nichts gewehrt,
Wenn die dunkle Stimme rief.

Schädel, Knochen, Reuse, Rad
Zwischen Keule, Hammer, Beil
Schaurig schweigt der Opferpfad,
Der so fern von Christi Heil.

Düstre Wolken stehn geballt
Um die Kindheit unsres Stamms,
Was schon unvorstellbar alt,
Hat verjüngt der Tod des Lamms.

Nicht gering denk ihres Schrecks,
Den Geburt noch jedem sagt,
Und der Bann Erfolgs und Zwecks
Immer wieder nur vertagt.

Zwar gebiert das Kreuz uns neu,
Doch der Schnitter bleibt uns wach,
Eh uns Heilands Ziel erfreu,
Bleibt ein Pfad voll Ungemach.

Diesen sollst du heiter gehn,
Doch die Träne bleibt erlaubt,
Denn in Nords und Westwinds Wehn,
Fällt auch deiner Liebe Haupt.

Trennung ist des Menschen Los,
Und sein Fleisch ein dürrer Halm,
Was da winzig oder groß,
Fährt dahin in Schlick und Qualm.

Ob ich einst dich wiederfind,
Wenn der Brand die Masken schält?
Viele zwar berufen sind,
Wenige nur auserwählt.