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Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 23322 bis 23361

FARNRODA


Hier im Rennsteiglied versungen,
Standst du schon im dritten Buch,
Wer vom Geist des Lands durchdrungen,
Startet auch den Viertversuch,
Weil die Wege sich verzweigen,
Willst du diesmal anders gehn,
West und Norden fehln im Reigen,
Um die Wunder Tanns zu sehn.

Doch bevor du weiterschreitest,
Tu am Hörsel dir genug,
Daß du nicht vorübergleitest,
Sieh im Fernen stets den Trug,
Acht des Turms verlornen Posten,
Wo die Wasserburg verfalln,
Und denk niemals an die Kosten,
Geht es um den Schatz von alln.

Stillgelegt die Rühler Bimmel
Und der Bahnhof ohne Mut,
Aber drüber blaut der Himmel,
Der gewiß noch manches tut,
Du bist frei auf Schusters Rappen,
Und die Zukunft steht im Lied,
Wachsen Ritter, stehn auch Knappen,
Weil kein Glück allein geschieht.

Als der Burggraf hier noch hauste,
Wuchs im Umkreis mancher Ort,
Dann kam Wagner nach dem Fauste
Und so ging der Erdgeist fort,
Daß die Mölmer Plattenbauten
Mählich alles Leben flieht,
Sag dem letzten Argonauten,
Daß dem Frevel recht geschieht.

Deutscher Traum hat hier gehorstet,
Traum und Sage, Lied und Mär,
Wer den Hörselberg durchforstet,
Ruft wohl tausend Jahre her,
Aber Heinrich, der ein Dichter,
Blieb so jung, wie als er kam,
Weil der Spuk der tausend Lichter
Seins nicht in den Abgrund nahm.