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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 23282 bis 23321

BLANKENSTEIN


Hier fließt die Saale, der du einst
Vom Fichtel bis nach Barby hin
Gefolgt, der Fluß, von dem du meinst,
Daß er in deinen Reimen rinn,
Hier bringst du ihr den Werrakies
Aus Hörschel und sprichst dank und lob,
Daß dir der Steig ein goldnes Vlies
Aus Traum und Wanderliedern wob.

Hier darf, was dir nicht mehr gehört,
Dem Volke sein als Buch und Spruch,
Wohl dem, den solches Wort betört,
Der riechen kann den Waldgeruch,
Der sieht den Ensel stehn mit Hut,
Folgt Stürern nachts zu Trank und Tat,
Dem rauscht die Werra durch das Blut,
Der holt in Ibengarten Rat.

Denk Merlins, der dich oft bewahrt
Vor Leichtsinn, daß im Bild du schwindst,
Er schuf den Trank von seltner Art,
Daß du dich immer wiederfindst,
Dein Reim war manchmal hart und streng
Den Bräuchen, die der Teufel mag,
Doch ward die Brust dir niemals eng,
Weil du den Herrn erkennst im Tag.

Die Heimat hättst du gern als Kind
Erwandert, wie der Vater tat,
Doch war das Lied, das dich beginnt,
Zerstückt von Zaun und Stacheldraht,
Zwar sind dir Pfad und Fichten frei,
Doch dauert das Gespinst im Geist,
Solang noch nicht die Meierei
Der Bankenmacht die Türe weist.

Gelassen soll dein Herz vertraun,
Daß Deutschland sich vom Krankenbett
Erheb, die Wunder anzuschaun,
Die Heinrich fand als Psalm und Mett,
Wo sich die Schöpfung selbst bezweckt,
Ist sie schon ganz ein Minneleich,
Denn nur ein Morgennebel deckt
Den deutschen Traum und unser Reich.