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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 22830 bis 22877

ESELSBERG


Manche Höh hast du gefunden,
Da der Pfad den Muntren führt,
Mancher Reim entfloh den Schrunden
In das Blau, dem Preis gebührt,
Sangfroh knirscht dir Schusters Rappen,
Heimelnd reißen Hos und Hemd,
Schlingen, um darein zu tappen,
Kennt nicht, wer den Himmel stemmt.

Auf dem Kamm fährt der Gerechte,
Der die Lande wagt und wägt,
Um die Warten fegt der echte
Sturmwind, der nach Eden trägt,
Wer im Aufstieg Schweiß vergossen,
Trifft die Blüher rar und rein,
Ströme, die dem Fels entflossen,
Werden stets Apostel sein.

Labend dich am Eselshange
An der Werra drittem Gruß,
Lauschst du lang dem Quellgesange
Und du kühlst den wunden Fuß,
Bis nach Bremen magst du treiben
Und im Meer verwunschen sein,
Doch du sollst im Kernland bleiben,
Weiterfahrn zum Dreistromstein.

Fremd sind dir die Auland-Händel,
Wo der Löß begabt den Hamm,
Schartenhöhe, Zeupel, Grendel
Grüßen dich im Frühgeflamm,
Greifbar sind die Schieferlande
Und das finstre Schwarzatal,
Kein Gewähn verläuft im Sande,
Wo es echot dutzendmal.

Immer gehst du an der Grenze
Scheidend, einend und gefaßt,
Daß dein Haar im Frühwind glänze,
Hast du nie den Tag verpaßt,
Jeder Pfad muß einmal enden,
Doch wer ihn mit Herzblut tränkt,
Faßt das Himmelreich mit Händen,
Wenn die Sonne rasch sich senkt.

Mauern brechen, Banner sinken,
Falter schwärmen in den Grund,
Dank und Rühmung sei dein Winken,
Bis verstummt der rote Mund,
Daß den Schatten unsrer Runen
Gnade schenk die Schöpfungsmacht,
Wird das Land vom schmerzimmunen
Berg an jedem Tag bewacht.