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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 22636 bis 22677

OBERHOF


Mittelalterlich bestehn
Namen uns in Feld und Flur,
Was sie sagen, was sie sehn,
Taugt für eine Ahndung nur,
Heut verzaubert sich das Wort:
Oberhof, der hohe Ort.

Sag, wie reich muß eine Zeit
Sein, die solche Schilde führt,
Hohes Herz und Heimlichkeit
Das uns schreckt und zärtlich rührt,
Hohe Lohe, Lust und Lord:
Oberhof, der hohe Ort.

Über Höfen, weit verstreut,
Manches Haus in Öd und Weil
Tummeln sich die Bergesleut,
Auf Hephästes Porphyr-Keil,
Scheidend Süd und Goten-Nord:
Oberhof, der hohe Ort.

Zwar der Nutz aus solcher Lag,
Mag dein Herz nicht recht erfreun,
Das Geschäft mit Hang und Hag
Füttert Perlen hier den Säun.
Reich durch Kur und Wintersport:
Oberhof, der hohe Ort.

Was die Technik solchem Zweck
Schuf, taugt nicht für das Gedicht,
Darum schau hier besser weg
Und vertrau der Vorgeschicht,
Denn so bleibt der Sänger-Hort
Oberhof, der hohe Ort.

Unsre Sprache ist ein Schiff,
Das Piraten nicht begehrn,
Es verträgt so manches Riff
Kein Orkan wird es verheern,
Hier bleibt allezeit an Bord
Oberhof, der hohe Ort.

Daß das Schiff sich neu beflagg,
Und Matrosen heuer an,
Müssen erst der Pfeffersack
Und sein Spielzeug aus dem Tann,
Daß des Teufels Hand verdorrt
Oberhof, der hohe Ort.