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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 22532 bis 22571

ENSELSBERG


Daß Mächtige einzeln an Würde
Gewinnen, begründet dir Ruhm,
Alleinstehend Prüfung und Hürde
Dem Lied und dem Bergsteigertum,
Erkennt man dich als Insulaner,
Als Rigi und Fürsten im Land,
Doch würdst du im Kreise der Mahner
Merkur und der siebte genannt.

Dich namte die Quelle der Emse,
Die Inseln vergleichbar im Laut,
Zwar hat das Refugium der Gemse
Schon lange kein Wandrer geschaut,
Wo Gotha und Hessen sich zankten,
Hat Goethe noch stiller geruht,
Doch Spätre noch widriger dankten
Dem Gipfel den wolkigen Hut.

Daß Türme noch schmückten und krönten,
Ging uns mit der Krone dahin,
Die heutigen Nutzer verschönten
Allein ihre Gier nach Gewinn,
Schon Trinius hätt gern mit dem Besen
Den Mob von der Höhe gefegt,
Was Gott unsrer Andacht erlesen,
Ist ganz von Gewusel belegt.

Drum meide den so Populären
Und nutze ein andres Plateau,
Gelöscht sind die Sagen und Mären
Im Zeitgeist, im Zirkus, im Zoo,
Dir taugen verborgene Pisten,
Die niemand bewirbt und verdreckt,
Dort dürfen die Adler noch nisten
Und Pan dich im Mittag erschreckt.

Verleugne nicht alles Gemeine,
Doch hüte die Lunge vor Schlamm,
Noch segnen dich herrliche Haine
Am gottfrohen Thüringer Kamm,
Vielleicht kannst du Späteren künden,
Was nur noch dein Reisebuch nennt,
Wenn endlich das Ausmaß der Sünden
Die Christengemeinde erkennt.