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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 20317 bis 20360

BLEILOCH


Wo einst nach Blei man grub, gewann
Der größte Stau in Tal und Tann,
Den je gefaßt ein deutsches Wehr,
Zurück dem Thüringer das Meer.

Wo Riff und Karst und Muschelkies,
Erinnerten an blaues Vlies,
Schuf Arbeit einst in grimmer Not
Der Spiegel, der umschlingt dein Boot.

Das große Werk rief auch die Bahn
In diesen Gau, wohl Dienst getan
Hat sie bis heut, wo großes Geld
Auch sie zerstört wie alle Welt.

In Saalburg wächst allein der Rost,
Es gibt hier weder Amt noch Post,
Man braucht nicht nach dem Geist zu schaun,
Wenn Schüsseln Satelliten traun.

Mit Liedern wandert keiner mehr,
Denn Auto nennt sich der Verkehr,
Der strömt aus Bunkern bunkerhin
Und weiß nichts mehr von Maß und Sinn.

Transistor nennt sich die Schalmei,
Wo Können war, kommt Lärm herbei,
Und rhythmisch wie im Negerkral
Hält man für Lust was arge Qual.

Wenn man sich nicht mit Gift beschallt,
So ist es Brauch bei jung und alt,
Zu schrein in ein Gerät verzückt,
Daß jeder sieht, daß man verrückt.

Ging wer aus frohern Zeiten aus,
Ihm dünkte dieses Irrenhaus
Ein Spuk und eine Teufelei,
Daß davor Krieg geringes sei.

Doch wo du singst, ist dennoch Heil,
Du nimmst an keinem Laster teil,
Und wirst du je so mächtig sein,
Schlägst du die Apparate klein.

Daß wieder ehrlich sei die Müh,
Daß wieder heimisch Gäns und Küh,
Daß Handwerk sei, was wandern läßt,
Und die Musik dem Volke Fest.

Dann wird der Storch auf manchem First
Auch wieder nisten, und du wirst
Dem Menschen- und dem Adlerhorst
Gleich froh sein auch im Saaleforst.