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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 20997 bis 21044

JENZIG-CHOR


Wenn im Blau sich wiegt der Aar,
Fürst im weit gespannten Flug,
Ist des Menschen Flügelpaar,
Das durch Eis und Wüsten trug,
Seiner Stimme Dur und Moll
Über Auen, Strom und Paß,
Sind die Augen reich und voll,
Zeichnet weich der Kontrabaß.

Vielfalt ist des Lebens Trieb
Und der Flügler darf nicht stehn,
Innig ist dem Lied die Lieb
Voll im Ganzen aufzugehn,
Darum folgt die Stimme froh
Dem, der sie im Chor gebannt,
Was sich trägt und streitet so,
Ordnung gäb auch Hof und Land.

Der Gesang ist eine Au,
Wo, was einzig, was gemein,
In der Regel, in der Schau
Findet Herd und holdes Heim.
Wenn das Sonnengold den Kamm
Krönt in deutscher Landschaft Sporn,
Hütet Echo in der Klamm
Männern Stolz und Jugendborn.

Singt ihr Streiter, Engeln nah,
Denn das Lied faßt nicht die Zeit,
Was in seinem Reichtum da,
Führt zu Gottes Heiterkeit,
Was entfaltet wirbt und webt,
Wuchs aus einem Lichtkristall,
Über Land und Himmel lebt
Harmonie und Sphärenhall.

Wo dich grüßt der Jenzig-Chor,
Grünt der deutsche Männersang,
Dringt zum Kern der Bünde vor,
Neuland, Rode, erster Gang,
Wie die Dorer klares Licht
Grüßten auf dem Hochplateau,
Goldbetaut der Sänger ficht
Überm Sonnenwend-Geloh.

Lied hoch, Lied, o grüne fort
Schall aus Kehlen, rauh und fein,
Jenzig heißt der hohe Ort,
Wo die Sage schläft im Stein,
Wenn man sich zum Lied ermannt,
Sangfroh trifft an Fels und Quell,
Dauert auch das Vaterland,
Bleibt der Himmel blau und hell.