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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 20545 bis 20576

PAULINZELLA


Waldhin im Tal des Rottenbachs,
Verlustig Siegels, Prunks und Dachs,
Empfängt dich still ein Säulengang
Im Glauben treu, in Ahndung bang.

Hier spürt der Wandrer weitgereist
Was tief ins Herz des Deutschen weist:
Die Gnade, die einst Rom und Nord
Zusammenschloß an diesem Ort.

Die Stifterin aus hohem Haus
Vergab ihr Glück dem Heil des Baus,
Und wer hier wandelt, faßt genau
Die Rundungen der holden Frau.

Was sie der Mutter Gottes gab,
Erfocht sie mit dem Pilgerstab,
Bis ein Refugium stattlich fand
Der Minnetraum der milden Hand.

Was unter Brand und Wettern bricht,
Ist nicht des Wandels Angesicht,
Es ist des deutschen Traums Ruin,
Seit aus dem Land die Engel ziehn.

Man sieht nicht mehr die Glaubenstat,
Wie einst den Segen auf der Saat,
Aus Kirchen die Geschichte weht,
Und fern sind Einkehr und Gebet.

Du fragst dich, vom Verfall beschwert,
Ob bald zurück der Heiland kehrt,
Und zündest ihm ein kleines Licht
Bevor der Nebel schwer und dicht.

Es ist uns nicht erlaubt, zu sehn
In welches Los die Länder wehn,
Doch hier wird dir ein Gran zuteil
Von großer Zeit und ihrem Heil.