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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 20497 bis 20544

SALTAR


Als noch der Fluß kein Bett gesprengt,
Ihm kaum benannter Hain entragt,
In Zeiten, die dein Lot nicht fängt,
Die kein Chronist zu schildern wagt,
Als Odin noch nicht mürb und krumm
Umschlich die Trümmer Gergefechts,
Da gingen Salahs Kinder um,
Uralten gotischen Geschlechts.

Dies war, so spricht der Sagenstab
Ein Stamm, wo Fürst und Untertan
Die Spanne zwischen Born und Grab
In Einigkeit und Freiheit sahn,
Ob manches Volk das Tal bewohnt,
Sie blieben rein an ihrem Haugk,
Und mancher sah sich reich belohnt,
Zu schaun ihr quellengleiches Aug.

Sie gaben Namen Land und Strom,
Und auch der Weiler deiner Wahl
Erscheint als fremder Götter Dom
In unsrer Fluren Wappensaal,
Sie hinterließen nichts als Traum,
Und wenn die Eule nächtens fliegt,
So wagst du auszusprechen kaum,
Wie viel dir an der Kunde liegt.

Ein Traum ist uns, was ihnen wach
Und Wohnung war an Hauses Statt,
Was sie als Heger, Hut und Dach
Umhüllte, stillte, froh und satt,
Hier suchte keiner Gott und zog
In Wüsten, fremdes Land, Gebirg,
Noch fragte wer, was den bewog,
Klar waren Wille, Wink, Gewirk.

Hier war das Heil für jedes Kind
Wie Sonne, Himmel, schwarzer Fluß,
Ein Netz, das jede Tat umspinnt,
Daß unser Tun aus einem Guß,
Der Werden nicht als Fessel sieht
Und der Vergänglichkeiten klagt,
Was unterbleibt und was geschieht,
Wird angenommen ungefragt.

Wir sehn in jeder Tat das Leid
Und im Willkomm den Abschied nahn,
Und das Vertraun in dieser Zeit
Erscheint uns wie ein Kinderwahn,
Doch macht uns unsre Weisheit dumm,
Daß jeder Rat die Torheit mehrt,
So gehen Salahs Kinder um
Und zeigen uns, was ewig währt.