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Aus »Orlagau«. Gedichte 2007, Vers 19574 bis 19605

MEUSEBACHER SÜHNEKREUZ


Einst hat der Franzmann sieggewohnt
Kaum einen Flecken Land geschont,
Den Meusebachern barg die List,
Ihr Dorf, das fern vom Wege ist.
Denn wo sich sonst der Pfad verzeigt,
Hat sich Gestrüpp zuhauf gezeigt,
Das sagt, hier lohnt sich Marsch noch Halt,
Denn hier ist nichts als öder Wald.

Doch einem ward die Klugheit Pech,
Er sah die List und meinte frech,
Es müsse was zu holen sein,
Schlöß man sich so mit Aufwand ein.
Er fand auch bald das erste Haus,
Dann war für ihn der Feldzug aus,
Denn Bauern, die die Plündrer leid,
Erschlugen ihn in kurzem Streit.

Kaum war die Leiche nachts verscharrt,
Hat sie ein böser Geist genarrt,
Und Christum riefen sie in Not,
Daß er bewach der Toten Tod,
Ein Sandsteinkreuz bedacht das Grab
Es sühn den Mord um Gut und Hab,
War er uns übel auch gesinnt,
So war er doch ein Christenkind.

Gern wollt der Deutsche sich befrein,
Grub noch ein Kreuz ins Steinkreuz ein,
Doch blieb der Tote unversöhnt,
Er geht umher und ächzt und stöhnt,
Gar manchen Wandrer schreckt sein Laut,
Daß er entflieht mit Gänsehaut,
Drum merke, ist die Welt verroht,
Fürcht dennoch Gott und sein Gebot.