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Aus »Orlagau«. Gedichte 2007, Vers 19282 bis 19317

FAMILIE


Einst flogst du aus dem Elternnest,
Von Erb und Lebensmustern frei,
Daß alles sich versuchen läßt,
Schien reicher als das Einerlei.

Du wurdst versorgt mit Theorien,
Daß heut sich alles anders stell,
Als morsch und staubig ward verschrien,
Wer sich nach altem Brauch gesell.

So rauschten manche Sommer hin
Und fruchtlos manch Experiment,
Bis deines Hochmuts Spinnerin
Als Käfig ihr Gespinst erkennt.

Meint wer, daß im Gesetz der Staat
Sei Kind und Greis die rechte Hand,
Erscheint ein jedes Wort zuschad
Für diesen Sumpf von Unverstand.

Die Sorg kann nie von fern gedeihn,
Drum sorg allje in nächster Näh,
Bestehen heißt den Seinen sein,
Drum lach, daß dich der Zeitgeist schmäh.

Daß man aus Zins und Wucherung
Könnt bannen alle Müh und Not,
So sprach des Teufels Lästerzung,
Doch aus dem Toten wächst nur Tod.

Wo immer Leben sich bestimmt,
Gilt es der Herkunft und der Brut,
Wenn man dem Mensch Familie nimmt,
Wird Sporenstaub das Herzensblut.

Weich nie der Pflicht, bequem ist nur
Der gute Vorsatz, wunderbar
Ist er zur Höll die Pflasterspur,
Wo alles Fremdverschulden war.

Was immer galt, wird immer stehn,
Drum iß im Brot den Heiland mit,
Daß in der Stunde fortzugehn
Dein Kind für deine Seele bitt.